Stadtregion Gmunden als Erfolgsmodell

Dienstag, 15. Januar 2019

6 Gemeinden gestalten gemeinsam

Regionalmanagement OÖ GmbH begleitet den Stadt-Umland-Kooperationsprozess

Eine stadtregionale Strategie wurde von den Gemeinden Gmunden, Altmünster, Gschwandt, Laakirchen, Pinsdorf und Vorchdorf gemeinsam erarbeitet. Schwerpunkte sind vor allem in der Nahmobilität und in der Sportstätten- und Freizeitentwicklung definiert.

Jetzt startet die Umsetzung erster regional bedeutsamer Zukunftsprojekte, wie des Radsterns oder der Funsporthalle. Der Kooperationsraum wird so in den nächsten Jahren gemeinsam weiterentwickelt. Künftig wollen auch weitere Gemeinden mitwirken.

 

Im gerade fertiggestellten Strategieprojekt „Stadtregionale Strategie für die Stadtregion Gmunden“ wurden von den sechs Gemeinden gemeinsame Entwicklungsziele, ein räumliches Leitbild, eine Planung von stadtregional bedeutsamen Zukunftsprojekten und eine Prioritätenreihung der umsetzungsfähigen Projekte für die Stadtregion erarbeitet. „Dieser im Bezirk Gmunden einzigartige Stadt-Umland-Kooperationsraum zeichnet sich jetzt bereits als Erfolgsmodell ab“, freut sich Regionalmanager Christian Söser, der den Stadt-Umland-Kooperationsprozess organisatorisch unterstützt.

 

Stadtregionale Entwicklungsziele und räumliches Leitbild

Die Festlegung von gemeinsamen stadtregionalen Entwicklungszielen sicherte im Projektverlauf die grundsätzliche Ausrichtung der Stadtregion Gmunden. In fünf Handlungsfeldern (regionale Kooperation, Raumordnung, Nahmobilität, Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen, stadtregionales Zentrum) wurden stadtregionale Entwicklungsziele definiert. „Beispielsweise wurde im Schwerpunkt Nahmobilität als zentrales Ziel die Vermeidung eines weiteren Anstiegs des motorisierten Individualverkehrs definiert“, so die sechs BürgermeisterInnen Stefan Krapf, Elisabeth Feichtinger, Fritz Steindl, Fritz Feichtinger, Dieter Helms und Gunter Schimpl. Daher soll in der künftigen stadtregionalen Raumentwicklung das Zu-Fuß-Gehen, Radfahren, Regional- und Citybusse und Traunseetram aufgewertet, der Anteil des Fahrradverkehrs am Modal Split im Alltagsverkehr erhöht und der öffentliche Verkehr attraktiviert werden. Auch das Schaffen und Zusammenführen bestehender und neuer Mikro-ÖV-Angebote soll gemeindeübergreifend organisiert werden. Im Handlungsfeld Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen ist zentrales Ziel die Stärkung dezentraler, offener Sport- und Freizeitangebote. Daher sollen künftig informelle Sport- und Freizeitangebote gestärkt und zusätzliche ganzjährig nutzbare, multifunktionale Indoor-Angebote geschaffen werden.

 

Die stadtregionalen Ziele prägen auch das Räumliche Leitbild, ein stadtregionales Planungsinstrument, das für die Einzelgemeinden die Grundlage für die Überarbeitung der Flächenwidmungspläne und der Örtlichen Entwicklungskonzepte skizziert.

 

Umsetzungsstrategie und zur Förderung beantragte Einzelmaßnahmen

Die Umsetzungsstrategie beinhaltet fünf zentrale stadtregionale Lösungs- und Projektansätze, wobei die Umsetzung von ersten stadtregional bedeutsamen Teilprojekten bereits gestartet wird:

  1. Radstern
    àBau von sicheren Radwegen und –routen in Vorchdorf Falkenohren, Pinsdorf Neubuchen und Wiesen, Mehrzweckstreifen in Gmunden
  2. ÖV-Impuls
     à Attraktivität des regionalen Busverkehrs und bedarfsorientierte Mikro-ÖV Systeme zu den Ortszentren / zum ÖV
  3. Pre-feasibility Altstadt-Revitalisierung
    à Aktivierungsstrategie für Eigentümer der Altstadtobjekte, um zu privaten Investitionen zu motivieren
  4. Bewegungsband
    à gemeindeübergreifendes Bewegungsangebot im öffentlichen Raum entlang einer definierten Route
  5. Indoor-Sportangebote
    àerster Pilot durch den Bau einer Funsporthalle mit interkommunaler Nutzungsvereinbarung

 

Das Radfahren und die Nutzung des öffentlichen Verkehrs wird gefördert. Dazu wird unter der Bezeichnung „Radstern“ ein geschlossenes Netz an sicheren Radwegen und Radrouten eingerichtet. Ergänzend zur Traunseetram wird unter der Bezeichnung „ÖV-Impuls“ die Attraktivität des regionalen Busverkehrs durch weitere Verbesserung des Angebotes und der Infrastruktur gesteigert. BewohnerInnen von Siedlungen abseits der Hauptachsen des öffentlichen Verkehrs sollen zukünftig über bedarfsorientierte Mikro-ÖV Systeme zu den Ortszentren und zum ÖV gebracht werden. Mehrere Umsetzungsmaßnahmen des Radstern wurden bereits jetzt zur Förderung im Rahmen des EU-Programms „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung 2014-2020“ beantragt. 

 

Die Pre-feasibility Altstadt-Revitalisierung zielt darauf ab, eine Aktivierungsstrategie für die EigentümerInnen der Altstadtobjekte in Gmunden zu entwickeln, um diese letztlich auf breiterer Ebene zu privaten Investitionen zu motivieren. Auch hier wurde bereits ein Förderprojekt beantragt.

Das Bewegungsband ist ein gemeindeübergreifendes Bewegungsangebot im öffentlichen Raum über Stationen, die sich entlang einer definierten Route befinden. Sportstationen und Alltagsstationen ergänzen einander. Die Übungsabfolge und das Angebot der Stationen sollen dazu sportwissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Indoor-Sportangebote soll zusätzliche ganzjährig nutzbare, multifunktionale Indoor-Angebote schaffen. Auch hier konnte ein erstes Pilotprojekt mit dem zwischenzeitlich positiv genehmigten Förderprojekt „Funsporthalle Gschwandt“ angestoßen werden.

 

Organisatorisch unterstützt wird der Stadt-Umland-Kooperationsprozess von RMOÖ-Regionalmanager Mag. Christian Söser: „Stadtregional denken, lokal in der Gemeinde umsetzen, ist gerade das Motto für mehrere Umsetzungsprojekte.“ Die erarbeitete stadtregionale Strategie ist die Basis für die Zukunftsprojekte der nächsten Jahre. Träger der jeweiligen Umsetzungsmaßnahme ist dabei immer die jeweilige Standortgemeinde. Bei Bedarf werden zwischen den Gemeinden interkommunale Nutzungsvereinbarungen abgeschlossen, so beispielsweise beim Förderprojekt „Funsporthalle Gschwandt“.

 

Die Stärkung der stadtregionalen Struktur bleibt für die nächsten Jahre ein zentrales Ziel. Die Abgrenzung der Stadt-Umland-Kooperation „Stadtregion Gmunden“ ist dabei auch ein Thema. Weitere Umlandgemeinden haben ihr Interesse an der Mitwirkung angemeldet, darunter auch Bgm. Johann Kronberger: „Die Gemeinde Kirchham war bislang noch nicht Mitglied im stadtregionalen Forum Gmunden. Aufgrund der erfolgreichen Arbeit, die geleistet wurde, möchten wir uns in Zukunft einbringen.“

 

Rückfragen-Kontakt: Mag. Christian Söser (christian.soeser@rmooe.at 0664 8283881)

Foto (RMOÖ, honorarfrei), „Stadtregion Gmunden gemeinsam gestalten.jpg“ v.l.n.r.:  

  • Bgm. Johann KRONBERGER, Bürgermeister der Gemeinde Kirchham
  • Bgm. Dieter HELMS, Bürgermeister der Gemeinde Pinsdorf
  • Bgm.. Stefan KRAPF, Bürgermeister der Stadtgemeinde Gmunden
  • Christian Söser, Stadtregionsmanager (Regionalmanagement OÖ GmbH)
  • Bgm.in Elisabeth FEICHTINGER, Bürgermeisterin der Marktgemeinde Altmünster
  • Bgm. Fritz STEINDL, Bürgermeister der Gemeinde Gschwandt
  • Bgm. Fritz FEICHTINGER, Bürgermeister der Stadtgemeinde Laakirchen
  • Bgm. Gunter SCHIMPL, Bürgermeister der Marktgemeinde Vorchdorf